Verfasst von: Pad-Doc | 02/08/2010

Comicvorstellung – Watchmen


Nachdem euch mein Kollege Phalneas erst vor kurzem einen der zahlreichen Batman Comics vorgestellt hat, möchte ich euch nun ebenfalls einen Comic näher bringen: Watchmen. Dieser gilt nicht nur als absoluter Meilenstein im Schaffen von Alan Moore, sondern auch als einer der wichtigsten Comics überhaupt. Gleichzeitig ist Watchmen der einzige Comic, der sich auf der Liste des Time Magazine’s der 100 wichtigsten Werke der englischen Literatur befindet. Was Watchmen dabei so besonders macht? Alle, die das wissen wollen, sollten unbedingt weiterlesen!

Die Geschichte von Watchmen spielt in New York im Jahre 1985, allerdings in einem „anderen“ 1985 als wir es kennen: Der Vietnam-Krieg wurde gewonnen, Nixon wurde zum dritten Mal wiedergewählt und Amerika steht mitten im Kalten Krieg mit den Russen. Diese politischen Hintergründe begleiten die eigentliche Geschichte der Watchmen, einer Gruppe von ehemaligen Superhelden, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Gesellschaft zu beschützen. Mehrere Jahre nach der Auflösung der Gruppe wird ein Mitglied der Watchmen, nämlich der Comedian, ermordet. Da dieser allerdings einen Hang zu übertriebener Brutalität hatte, wird er von den anderen Mitgliedern nicht weiter vermisst. Nur Rorschach, der auch nach dem Verbot noch hart gegen Kriminalität vorgeht und selbst von der Polizei gesucht wird, untersucht die rätselhaften Umstände des Mordes. Schon bald ist für Rorschach klar: Jemand macht Jagd auf maskierte Helden…

Es sind besonders die Charaktere, welche die Geschichte so interessant machen. Das liegt daran, dass alle Protagonisten enorm detaillierte psychische Profile besitzen. Da wäre zum einen der Comedian, ein gnadenloser, brutaler Kämpfer, der eigentlich schlimmer ist, als das Übel, das er bekämpft. Dann Nite Owl, der am ehesten dem traditionellen Typus eines Superhelden entspricht. Silk Spectre, die einzige weibliche Watchmen, die eigentlich alles satt hat und nur ihrer Mutter zuliebe eine Superheldin bleibt, bis die Watchmen von der Regierung verboten werden. Dreh- und Angelpunkt der Geschichte: Doktor Manhattan, ein Superheld mit fast gottgleichen Fähigkeiten, die er durch einen schrecklichen Unfall erhalten hat. Allerdings entfernt sich Doktor Manhattan auch immer weiter von den Menschen und deren Gefühlen. Dann wäre da noch Ozymandias, der klügste Mensch der Welt, der sich jedoch schon vor dem Verbot durch die Regierung von den Watchmen gelöst hat und nun eine eigene Firma über die Nutzung alternativer Energien besitzt. Und schließlich noch Rorschach, ein Superheld, mit enormer Paranoia, der längst das hässliche Gesicht der Menschheit erkannt hat. Insofern bricht Watchmen mit den typischen Vorstellungen von Superhelden, doch gerade dadurch ist Watchmen auch so etwas besonderes.

Die Geschichte von Watchmen ist zudem sehr düster und dabei auch enorm spannend und sehr umfangreich. In insgesamt 12 Kapiteln nimmt die Story ihren Lauf. Zwischen den einzelnen Geschichten erwartet den Leser zahlreiches Begleitmaterial aus fiktiven Büchern oder Zeitschriften, welche die Geschichte noch zusätzlich erklären und für einen besseren Überblick sorgen. Zwar ist es nicht notwendig, die teilweise sehr langen Passagen zu lesen, doch lohnenswert ist es auf alle Fälle. Die Zeichnungen sind detailliert und die dunklen, kräftigen Farben sorgen für eine düstere Atmosphäre. Verstärkt wird diese noch durch die teilweise heftige Gewaltdarstellung; auch in diesem Punkt unterscheidet sich Watchmen von herkömmlichen Superhelden-Comics.

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf die Verfilmung von Watchmen durch Zack Snyder, der zuvor auch schon den 300 Comic auf die Leinwand brachte, eingehen. Der Film bleibt sehr dicht bei der Vorlage, lediglich einige eher unwichtige Nebenhandlungen wurden weggelassen und das Ende wurde leicht abgewandelt, was aber nicht weiter stört. Dafür gelingt es Snyder die Handlung in grandiosen Bildern mit einer exzellenten Musikuntermalung zum Leben zu erwecken. Die größtenteils unbekannten Schauspieler leisten einen sehr guten Job und bringen die Eigenschaften ihrer Figuren vorlagengetreu zum Ausdruck. Vor allem muss hier Jackie Earle Haley erwähnt werden, der Rorschach makellos verkörpert. In Sachen Gewaltdarstellung ist der Film allerdings heftiger als die Vorlage, was ihm in den meisten europäischen Ländern – außer Deutschland – eine Ab 18-Freigabe einbrachte. Insgesamt betrachtet ist der Film also sehr gut gelungen, auch Nichtkenner der Vorlage finden sich in dem komplexen Universum schon bald zurecht.

Fazit:

Alan Moore und Dave Gibbons haben mit Watchmen eine Legende geschaffen, doch nur wer sich wirklich darauf einlässt erkennt die Genialität des Comics. Meiner ganz persönlichen Meinung nach handelt es sich bei Watchmen um nicht mehr und nicht weniger als den besten Comic überhaupt. Vor allem die komplexen Figuren, die umfangreiche und sehr düstere Handlung, die allgegenwärtigen Symbole und das Brechen mit früheren Superhelden-Normen haben mir sehr gut gefallen. Ich kann Watchmen daher jedem Comic Fan nur wärmstens empfehlen.

Hierbei darf ich auch gleich auf einen weiteren Alan Moore Comic verweisen, den ich euch demnächst vorstellen werde: Die Rede ist dabei natürlich von V wie Vendetta! In diesem Sinne: Freedom Forever!

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